X

Tags

This will be shown to users with no Flash or Javascript.

Pages home > Fallschirmspringen / Skydiving > Medizinisches > Probleme beim Druckausgleich

Probleme beim Druckausgleich

es ist zwar eigentlich für taucher geschrieben aber da auch Fallschirmspringer unter anderem ich probleme auf dem Gebiet haben bestimmt für einige interessant, vielen dank an dani für den link ;-)

Hier ein interessanter Beitrag vonhttp://www.tauchsprechstunde.de zum Thema Druckausgleich.

Dieses Trainingsprogramm hat schon vielen Tauchern geholfen!!! Auch aus unserem Team!
—————————————————————————–
Ursache für Tubenbelüftungsstörungen ist häufig eine chronische Entzündung des Schleimhaut der oberen Atemwege. Fällt die HNO-ärztliche Untersuchung normal aus, leidet der Taucher aber trotzdem unter Tubenbelüftungsstörungen, können verschiedene Maßnahmen durchgeführt werden. Die Ohrtrompete kann regelrecht trainiert und gepflegt werden.

Zuerst sollte die Trinkmenge auf 3 Liter Flüssigkeit (kein Alkohol) am Tag erhöht werden. Diese Maßnahme befeuchtet die Schleimhaut und reduziert den Entzündungsreiz. Das gleiche gilt für tägliche Inhalationen. Man sollte 3 x täglich mit Kochsalz (einfach einen Esslöffel Kochsalz pro Liter Wasser) 10 Minuten inhalieren. Man lässt einen Liter Kochsalz im Topf aufkochen und nimmt den Topf anschließend vom Herd und deckt den Topf und den Kopf mit einem Handtuch ab und atmet durch die Nase den heißen Dampf ein (Vorsicht Verbrennungen! nicht zu heiß). Eine Steigerung stellt die Nasenspülung dar. Ist das Inhalationswasser abgekühlt, kann man es lauwarm durch die Nasen einziehen und durch den Mund ausspucken. Das klingt zwar schrecklich pflegt die Nasenschleimhaut aber ungemein.

Am wichtigsten ist ein fortlaufendes Training der Ohrtrompete. Man sollte jede 10 Minuten einen Druckausgleich nach Valsalva durchführen, mindestens 50 Mal am Tag. Durch diese Maßnahmen kommt es mit der Zeit zu einer immer besser funktionierenden Tubenfunktion.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus kann ein Versuch mit abschwellenden Nasentropfen versucht werden. Diese dürfen jedoch maximal eine Woche angewendet werden. Selbstverständlich ist die Anwendung von abschwellenden Nasentropfen 12 Stunden vor dem Tauchgang verboten. Zusätzlich sollte man regelmäßig über einen langen Zeitraum ein örtliches Kortisonspray anwenden. Man braucht keine Sorgen wegen der Nebenwirkungen haben, da moderne Kortisonsprays nur an der Schleimhaut der oberen Atemwege und nicht systemisch wirken. Ich möchte aber betonen, dass man unbedingt einen HNO-Arzt aufgesucht haben sollte, bevor man diese Maßnahmen durchführt, da es andere Ursachen für Druckausgleichsprobleme gibt. Zu nennen sind hier z.B. Allergien, die man durch einen Intrakutantest (Prick-Test) abklären kann. Insgesamt gibt eine Menge Ursachen für Tubenbelüftungsstörungen, die in die Hand des Experten gehören und den Rahmen dieser Website sprengen.

Zusammenfassung Therapie:

Trinkmenge 3 Liter
Inhalation 3 x täglich mit Kochsalz
Nasenspülung mit Kochsalzlösung
Tubentraining (alle 10 Minuten, min. 50 x Tag)
ggf. abschwellende Nasentropfen für 1 Woche
ggf. örtlich wirkendes Kortisonspray
HNO-ärztliche Kontrolle!

Maßnahmen unter Wasser:
Mindestens so wichtig wie die medizinischen Maßnahmen sind die Verhaltensweisen unter Wasser. Aus diesem Grund sollte man als Taucher, der unter Tubenbelüftungsstörungen leidet verschiedene Regeln unter Wasser beachten. Immer mit den Füssen zuerst abtauchen. Hierdurch reduziert sich der venöse Druck im Kopf und die Schleimhäute sind weniger geschwollen. Den Druckausgleich schon an der Oberfläche beginnen und alle 30 cm Wassertiefe durchführen. Langsam abtauchen! Besser ein bis zwei Kilo mehr Blei mitnehmen, damit man langsam und sicher abtauchen kann.

Jeder Taucher kennt das Gesetz von Boyle-Mariotte, aber Taucher mit Druckausgleichsproblemen setzen diese Erkenntnisse häufig nicht um. Also bitte erst mal wieder nachlesen. Entscheidend ist, dass sich im Bereich bis 5 Meter Wassertiefe die größten Druckschwankungen abspielen. Also sollte man diesen Bereich beim Tauchen meiden. Ich weiß, dass es dort am schönsten ist und halte mich selbst auch immer dort auf, aber ich habe auch keine Druckausgleichsprobleme. Wenn man also langsam auf dem Rückweg des Tauchgangs ist, sollte man nicht höher als 5 Meter auftauchen, da man sonst immer wieder unbewusst etwas tiefer gerät und den Druckausgleich vergisst. Das ist zwischen 2 und 3 Metern einfach gefährlicher als zwischen 5 und 6 Metern. Das Ohr und die Ohrtrompete vergisst keinen Druckausgleich, der zu spät durchgeführt wurde. Jeder unterlassene Druckausgleich führt zu einer kleinen Entzündung und Schwellung der Schleimhaut. Deswegen haben auch viele Taucher im Verlauf des Urlaubs eine schlechter werdende Tubenfunktion! Also bitte frühzeitig Druckausgleich machen und den Flachwasserbereich meiden. Gut für das Ohr ist auch eine ordentliche Pause zwischen den Tauchgängen. Derjenige der Probleme hat, sollte nur einen Tauchgang am Tag durchführen. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass abschwellende Nasentropfen bis 12 Stunden vor dem Tauchen verboten sind.

Verhaltensmaßregeln unter Wasser:

mit den Füssen zuerst abtauchen
Druckausgleich an der Oberfläche beginnen
die ersten Meter beim Abtauchen alle 30 cm Wassertiefe Druckausgleich durchführen
nicht im Flachwasserbereich Jojo-Profile tauchen
tiefer als 5 Meter bleiben
wenn möglich längere tauchfreie Pausen
keine Nasentropfen

, ,

artikel, medizinisches

Last updated 15 April 2009 by stephan