Freeflying ist eine der jüngsten und innovativsten Fallschirmsportdisziplinen. Seit seinen Anfängen (Anfang der 90-iger Jahre) hat sich Freeflying von einer zunächst belächelten Art des Fliegens zu einer ernsthaften und allgemein anerkannten Sportart entwickelt. Ursächlich dafür ist sicherlich nicht nur, dass immer mehr Springer Freeflying betreiben. Auch die fliegerischen Fähigkeiten sind im Laufe der Jahre stetig gestiegen, so dass heutzutage fast alles Vorstellbare geflogen werden kann.
„Freefly“ wird dadurch interessant, dass es innerhalb dieser Disziplin wiederum verschiedene Variationen des Fliegens (Sitzfliegen, StandUp-Fliegen, HeadDown, Tracken, Winkelfliegen –auch Atmonauti genannt- pp.) gibt. In all diesen Flugpositionen kann man relativ zu/mit anderen Springern fliegen.
Daraus haben sich im Laufe der Zeit neue Unterdisziplinen/Dimensionen des Freefly ergeben. Neben dem „Funjumpen“, Tracken, Atmonauti, Big-Way, VRW (VerticalRelativWork) hat sich Freefly auch als wettkampforientierte Disziplin (2 Perfomer und ein Videomann) etabliert.
Der grundsätzliche Unterschied des Freeflying zum „Bauchfliegen“(der/die Springer liegen flach auf dem Bauch und fallen so der Erde entgegen) ist, dass man nicht an diese eine bestimmte Fluglage gebunden ist. Beim „Bauchfliegen“ werden Geschwindigkeiten zwischen 180 km/h – 220 km/h erreicht. Da die von der Luft angegriffene Fläche beim Freeflying wesentlich geringer ist, werden problemlos Geschwindigkeiten zwischen 240 km/h – 300 km/h erreicht. Abhängig von der Körperhaltung, Kleidung etc. sind weit über 400 km/h machbar. Spitzenspringer bringen es auf bis zu 520 km/h (Speed-Skydiving).
Beim Freeflying lernt man im Laufe der Zeit, sich in fast jeder Körperlage kontrolliert zu bewegen. Es gibt somit eigentlich keine Flugposition in der man sich nicht „wohlfühlt“. Wir denken deshalb, dass es für jeden guten Fallschirmspringer vorteilhaft wäre, die Grundlagen des Freefly zu beherrschen, falls dieser ungewollt in eine andere Flugposition gerät.
Safety Briefing
Es gibt einige „Safety´s“, denen man von Anfang an unbedingt Beachtung schenken muss. Bevor man einen Freeflysprung macht, sollte man seine Ausrüstung hinsichtlich folgender Sicherheitskriterien überprüfen.
Gurtzeug:
- Hand Deploy BOC oder Pull Out ist zwingend erforderlich
- Bridle muss gut verstaut sein
- die Hand Deploy Tasche sollte in einem guten Zustand bzw. sehr straff sein, um vorzeitige Schirmöffnungen zu vermeiden
- die Loops für Haupt- und Reservecontainer sollen straff und einem einwandfreien Zustand sein
- die Riser sollten durch gute Klappen geschützt sein
- ein automatisches Öffnungssystem (AAD) ist zwingend erfolderlich (Cypres)
- FXC 12000 ist für Freefly nicht erlaubt
- das Gurtzeug sollte stramm genug sitzen, dass es nicht im Freifall verrutschen kann
- achte auf Deinen Brustgurt, er kann für Freeflyer ruhig etwas fester sitzen!!!
Helm & Höhenwarner
- ein akkustischer Höhenwarner ist vorgeschrieben, ein zweiter wird empfohlen (Timeout, ProDytter o.ä.)
- ein visuller Höhenmesser ist Pflicht
- ein Helm ist vorgeschrieben, der akkustische Höhenwarner muss gut zu hören sein
- wird mit Kamerahelm gesprungen, sollte der Helm durch ein einfaches Abtrennsystem abwerfbar sein
- NICHT mit Kamerawinkel am Helm springen in dem keine Kamera montiert ist. Scharfe Kanten am Helm können eine Gefahr darstellen
- vermeide Kleidung die im Freifall aufgehen kann, der Reißverschluss an der Kombi sollte befestigt werden
- vermeide Kleidung die die Griffe bedecken könnte
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- die Mindesthöhe für einen Freefly Sprung ist 3000m/10000 ft
- die Exitreihenfolge der Gruppen sollte so gewählt werden, dass eine möglichst große Separation zwischen den Gruppen ist
- "Bauchfaller" haben einen größere Abdrift als Freeflyer, darum sollten in Null- oder Rückenwind Situationen, Freeflyer vor den Bauchfallern springen. Bei starkem Gegenwind sollten die Bauchfaller vor den Freeflyern springen.
- Frag die lokalen Instruktoren nach den Regel für die Absetzreihenfolge, einige Dropzones haben besondere Regeln für die Absetzreihenfolge!
Freifall
- Freefly führt zu höherer vertikaler Freiflallgeschwindigkeit als im normalen Bauchfallen, dies führt auch zu entsprechend schneller und stärkerer vertikaler Bewegung. dessen muss man sich immer bewusst sein, um Freifallkollisionen zu vermeiden.
- Beim Solospringen immer einen Fixpunkt am Horizont suchen, der 90 Grad zur Absetzrichtung liegt!
- Achte auf Deine Höhenkontrolle! Bei Freeflysprüngen fällst du schneller der Erde entgegen, als in jeder anderen Form des Fallschirmspringens
- Behalte immer Sichtkontakt mit den anderen Springer deiner Gruppe, vor allem zur Separation!
- Vermeide abprupte Levelveränderungen (zum Beispiel das Einnehmen der Bauchlage ist strengsten zu vermeiden)
Separation und Schirmöffnung
- Separation bis 1500 m bei Gruppen von mehr als Zwei
- Separation bis 1300 m bei Zweier Gruppen
- vor der Separation ist Sichtkontakt unbedingt erforderlich, damit jeder weiss wo der andere ist
- Freeflyer sollten in einen weiten Track gehen, um eine Sichere Separation zu erreichen.
- sollte es möglich sein, tracke 90° zur Absetzrichtung
- Führe eine Barrel Roll durch, um den Luftraum über Dir zu checken!
- Sollte jemend unter Dir sein und dein Luftraum ist frei - PULL!
- Fliege nach der Öffnung 90° zur Absetzrichtung. Das hält den Luftraum frei für Springer die nach Dir kommen, bis Du die Gruppen vor und nach Dir sehen kannst .
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Freefly, headdown, sitfly, trackdive
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Last updated 17 April 2009 by stephan