Der Begriff Base-Jumping (zu Deutsch etwa Objektsprung, Objektspringen) bezeichnet das Fallschirmspringen von festen Objekten. Das Apronym base steht für die englischen Begriffe building (Gebäude), antenna (Sendemast), span (Brücke) und earth (Felsen). Personen, die diese Sportart ausüben, werden als Objektspringer oder Base Jumper bezeichnet.
Objektspringen wird in den verschiedenen Ländern unterschiedlich behandelt. Während einige Länder dem Vorhaben strikt negativ gegenüberstehen und mitunter drakonische Strafen verhängen, so wird es in anderen Ländern toleriert und kann ohne Restriktionen ausgeübt werden. In Dubai z. B. werden Strafen bis hin zur Ausweisung von Touristen verhängt, falls man bei nicht genehmigten Sprüngen von Hochhäusern gefasst wird, während man in der Schweiz, Italien, Frankreich oder Norwegen beispielsweise die bekannten Felsen ohne Genehmigungsverfahren nutzen kann. In den USA sind Objektsprünge zumeist aus versicherungsrechtlichen Gründen verboten. Auch ist der US-amerikanische Staat bei Sprüngen in seinen Nationalparks sehr sensibel und verfolgt ungenehmigt anwesende Springer. Erwähnenswerte Ausnahmen in den USA sind die Brücken Perrine Bridge in Twin Falls am Snake River in Idaho und, immer am dritten Samstag im Oktober („Bridge Day“) von der New River Gorge Bridge in Fayetteville, West Virginia. Die generelle Aussage, Objektspringen sei illegal, stimmt also bei differenzierter Betrachtungsweise nicht.
In Deutschland stellt Objektspringen eine Außenlandung mit Luftsportgerät dar und ist genehmigungspflichtig. Dies bedeutet, der Eigentümer des Objekts, von dem gesprungen wird, und der Eigentümer der Fläche, auf der gelandet wird, müssen schriftlich zustimmen. Ein Geländegutachten muss erstellt werden, und die verwendete Ausrüstung muss den deutschen Zulassungsbestimmungen entsprechen. Die Genehmigung wird bei Vorliegen aller nötigen Unterschriften vom deutschen Fallschirmsportverband erteilt. Für Objektsprünge in Deutschland gilt das Regelwerk des Vereins Deutscher Objektspringer. Natürlich darf auch eine Haftpflichtversicherung des Springers nicht fehlen.
Objektspringen ist eine relativ junge und gleichzeitig quasi die älteste Disziplin des Fallschirmspringens. Einerseits gab es bis in die 1980er Jahre nur vereinzelt Menschen, die mit „normaler“ Fallschirm-Ausrüstung von festen Objekten sprangen. Einer der ersten „Objektspringer“ waren Carl Boenish und seine Frau Jean Boenish, die es geschafft hatten, von allen vier Sprungarten (Brücken, Antennen, Felsen und Hochhäusern) als eine der ersten zu springen. Andererseits beginnt die Geschichte des Fallschirmspringens mangels geeigneter Luftfahrzeuge mit dem Absprung von festen Objekten:
Marco Polo berichtet in seinen Reisebüchern über chinesische Artisten, die sich mit schirmartigen Gebilden aus Seide von Türmen stürzten und sicher landeten.
Als erster belegbarer Fallschirmsprung gilt gemeinhin der 1617 vom Kroaten Faust Vrančić vom 86 m hohen Glockenturm des Martinsdoms in Bratislava ausgeführte „Base jump“.
Bisher kam es beim Ausüben dieses Sports zwischen 1981 und 2009 zu 133 erfassten Todesfällen.[1] (Stand: 17.April 2009) Davon entfallen allein 14% auf das Lauterbrunnental. Dieses Tal ist sehr beliebt bei den Base Jumpern. Dort verloren schon 19 Springer (Stand: 5.Juni.2009) ihr Leben, was immer wieder Diskussionen über ein Verbot auslöst.
Quelle:http:/
b.a.s.e., base, jumping, objektspringen, building, antenna, span, earth
Last updated 30 June 2009 by stephan
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