Wie gefährlich ist Fallschirmspringen?“
Die eindeutig beliebteste Frage unter den nicht-Springern. Natürlich neigt jeder Sportler dazu, die Gefahren seines Sports herunterzureden. Es besteht ein gewisses Risiko, es kommt immer wieder zu Verletzten und Toten, natürlich. Aber Unfälle passieren nun einmal überall und die meisten davon bekanntermaßen im Haushalt....
Die „Berliner Morgenpost“ berichtet in einem Artikel:
„Münster - Fallschirmspringer haben entgegen landläufiger Meinung laut einer Studie kein besonders hohes Verletzungsrisiko. Das geht aus einer Untersuchung von Medizinern der Universitätsklinik Münster hervor. Bereits nach der ersten Auswertung einer Fragebogenaktion unter Fallschirmspringern sei deutlich geworden, dass die Verletzungshäufigkeit "nicht so hoch ist", wie oft angenommen. Konkret endeten von 45 216 erfassten Sprüngen lediglich 0,69 Prozent mit Verletzungen.“
Deutlich werde, dass das Verletzungsrisiko ähnlich dem anderer weit verbreiteter Sportarten wie Fußball sei, betonte Unfallchirurg Wolf Petersen. "Reiten oder auch Kitesurfen ist deutlich gefährlicher."
„Wie hoch ist die Chance, dass ein Schirm nicht aufgeht?“
„Aufgehen“ tut ein Schirm quasi immer!
Im Durchschnitt hat man jedoch bei allen 800-1000 Sprüngen eine Fehlfunktion der Hauptkappe, eine Leinenverdrehung oder ähnliches. Als Folge davon trennt man den Schirm mit einem Trennsystem ab und öffnet den Reserveschirm. Dieser ist von einem Spezialisten gepackt und besonders öffnungssicher konzipiert. Der Reserveschirm ist im allgemeinen nahezu 100% zuverlässig.
„Und wenn die Reserve doch mal versagt“?
... dann wars nicht dein Tag...
„Aus welcher Höhe springt man ab“?
Ein normaler Absprung findet in 4000 Metern Höhe statt, wenig genutzt wird die Möglichkeit zum Absprung aus 1500 Metern. Is` halt billiger... ;)
„Und wie schnell wird man im freien Fall“?
In Bauchlage etwa 180 km/h, beim Freefly können durchaus Geschwindigkeiten von über 300 km/h erreicht werden.
„Wann öffnet man den Schirm“?
Etwa bei 1000 Metern
„Und wie lange fällt man da“?
In Bauchlage ca 60 Sekunden, beim Freefly, also im sitzen oder headdown schneller
Die Faustformel sagt: Die ersten 300 Meter legt man in 10 Sekunden zurück, danach macht man in Bauchlage pro Sekunde 50 Meter, beim Freefly etwa 70 Meter.
„Woher weiß ich wann ich den Schirm öffnen muss“?
Das sagt dir dein bester Freund, der Höhenmesser auf deinem Handrücken.
„Ich habe aber Höhenangst, was jetzt“?
Keine Sorge, Fallschirmspringen ist nicht wie auf einer Leiter zu stehen. Es fehlt einem im freien Raum völlig an Bezugspunkten, ähnlich wie wenn man im tiefen Schwimmerbecken taucht. Ich selbst kenne durchaus den ein oder anderen Skydiver, der auf keine Leiter klettern würde...
„Ok ok überredet, wie lange dauert meine Ausbildung“?
Es hat wohl schon Leute gegeben, die es in acht Tagen bis zur Lizens geschafft haben. Ansonsten sind wohl grob vier bis acht Wochen realistisch. Eine genauere Aussage ist schwer, da Wetter, persönliche Leistungsfähigkeit und die Zeit, die man investieren kann variieren. Mit 25 Sprüngen kann man die Lizens erhalten, also probier es aus
„Und was kostet mich die Ausbildung“?
Ca 2600 Euro, inklusive Material, 25 Sprüngen, 3 Instruktorensprüngen (mit Lehrer) und Video vom Prüfungssprung. Die AERO in Kassel Calden hat Studentenrabatt, da kostet dich der Spaß 2400 Euro.
„Und was kommt an Folgekosten auf mich zu“?
Frag nicht... Wenn du Geld sparen willst spiel Schach.
Trotzdem paar Beispiele gefällig?
-(gebrauchter) Schirm: mind 2500 Euro
-Höhenmesser: 100 Euro
-Kombi: 100 Euro
-Helm: 200 Euro
-Sprungtickets: ??? Liegt ganz an deinem Grad an Wahnsinn... Ein einzelnes Ticket kostet ca 26 Euro, bei größerer Abnahme gibt`s dann Rabatte.
Soll ich weitermachen? Nein? Ok, dacht ich mir....
„Darf ich überhaupt springen? Welche gesundheitlichen Voraussetzungen muss ich erfüllen“?
Grundsätzlich kann jeder Fallschirmspringen, der nicht unglaublich Übergewichtig ist (hab` aber auch schon das Gegenteil gesehen...) und eine gewisses Mindestmaß an körperlicher Fitness mitbringt. Wen man im allgemeinen als „gesund“ bezeichnen würde, der darf auch springen.
„Ich trage eine Brille...“?
Yo, ich auch. Macht aber nix, man stülpt sich die Mammutversion von einer normalen Springerbrille aus Plasik über die eigene Brille und dann is das ok. Eiserne Regel: NIEMALS damit in den Spiegel schauen.....
„Muss ich vorher einen Tandemsprung machen“?
Nein, das ist in aller Regel keine Pflicht. In einigen Schulen wird es in die Ausbildung integriert, vorgeschrieben ist es aber nicht. Natürlich kann es aber bei ängstlicheren Personen dabei helfen, die große Flatter vor dem ersten Sprung ein wenig einzudämmen, weil man weiß, was einen in etwa erwarten wird.
„Kann ich mich beim Tandem oder beim normalen Sprung unterhalten“?
Versuch doch mal bei 200 km/h auf der Autobahn den Kopf aus dem Fenster zu halten und mit deinem Beifahrer zu reden..... ;) Keine Chance, man hört sich nichtmal selber! Am Schirm isses schön leise, da is das dann kein Problem mehr.
Last updated 331 days ago by stephan
bob
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Also zum Risiko sag ich mal,... hab jedes Mal beim snowboarden verletzte Leute gesehen die teilweise sogar mal Hubschrauber fliegen durften:-)
Beim Fallschirmspringen erst einmal ne Verletzung gesehen, diese aber aufgrund von bereits bestehenden Gesundheitlichen Problemen.
Einige erfolgreiche Reserveöffnungen... des funktioniert!
Und schon mal nen grünen PO;-)
bob 375 days ago