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Fallschirm

Systemaufbau 

Modernes System eines Schülerfallschirms – Vorderseite

Modernes System eines Schülerfallschirms – Rückseite

Modernes System eines Schülerfallschirms – Rückseite Pin-Ansicht

Alter leerer Hauptcontainer für den Hauptfallschirm. Sicht auf die Reißleine mit den Verschlussstiften; Modell Kohnke von 1961

Das Drei-Ring-System, um die Hauptkappe mit vermindertem Kraftaufwand vom Springer zu trennen.

Systeme für den Fallschirmsprung bestehen heute im Wesentlichen aus folgenden Baugruppen:

  • Rig, bestehend aus Gurtzeug, Haupt- und Reservecontainer, Aufzieh- oder Auslösegriff, Trenn- und Reservegriff, Haupttragegurte mit Drei-Ring-System, Bridle und Hand Deploy, ist über Konnektoren aus Edelstahl oder sogenannte soft-links mit den Fangleinen der Hauptkappe und des Reservefallschirms verbunden. Es dient der Aufnahme und Halterung für die Nutzlast (Springer) und als Verpackung (Container) für die Fallschirme.
  • Hauptkappe (üblicherweise hergestellt aus einem Nylongewebe mit Ripstop, seltener aus F-111), die im Notfall (beispielsweise bei Öffnungsproblemen) mit Hilfe eines Schlosssystems (zum Beispiel Drei-Ring-System) abgetrennt werden kann.
  • Reservefallschirm mit Hilfsschirm, meistens ein Flächenfallschirm aus F-111 Gewebe (selten ein Rundkappenschirm). Ausgelöst wird der Reservefallschirm entweder manuell über einen Griff, automatisch über die Reserve Staticline Lanyard (RSL) (bei Abtrennung der Hauptkappe) oder über einen Öffnungsautomaten. Im Gegensatz zum Hauptschirm kann der Reserveschirm vom Springer nicht mehr abgeworfen werden.
  • POD (Parachute Opening Device): Eine kleine halboffene Tasche, in der der gepackte Fallschirm liegt und die durch die Fangleinen die in S-Schlägen mit Hilfe von Packgummis in Schlaufen befestigt sind, verschlossen werden.
  • Hilfsschirmverbindungsleine (Bridle) verbindet den Hilfsschirm mit dem Fallschirm. Zur Reduzierung des Luftwiderstands bringt eine eingebaute Gummivorrichtung oder eine kill-line den Hilfsschirm nach der Hauptschirmöffnung zum Kollabieren.
  • Hilfsschirm zur Öffnung der jeweiligen Kappe. Zum Auslösen des Hilfsschirms wird vornehmlich einer von vier verschiedenen Mechanismen verwendet:
    • Hand Deploy (Throw Out): Der Hilfsschirm ist in einer am Gurtzeug angebrachten Tasche verstaut und wird zur Öffnung manuell in den Luftstrom gezogen und dort losgelassen. Er zieht zunächst den Verschlusspin aus dem Hauptcontainerloop, wodurch sich der Container öffnet und dann den Fallschirm mittels der Hilfsschirmverbindungsleine aus seiner Verpackung (POD) gezogen wird.
    • Pull Out: Ein (oft kissenförmiger) Griff öffnet zunächst den Container, an der weitergeführten Leine hängt der Hilfsschirm und wird in der Folge in den Luftstrom gezogen und dort losgelassen, wodurch der Schirm aus seiner Verpackung (Container und POD) gezogen wird.
    • Auslösegriff: Der Griff ist mit einem mit PVC ummanteltem dünnem Stahlseil (von Laien oft Reißleine genannt) verbunden, welches mit dem anderen Ende durch eine Schlaufe (Loop) geführt ist und so die Klappen des Containers unter Verschluss hält. Durch Ziehen am Griff wird das Stahlseil aus der Schlaufe gezogen. Dadurch werden die Klappen freigegeben und der Hilfsschirm schnellt durch eine gespannte Feder in den Luftstrom.
    • Static Line (Zwangsauslösung, automatische Auslösung): Durch eine mehrere Meter lange Aufziehleine ist der Öffnungsmechanismus des Fallschirms direkt mit dem Flugzeug verbunden. Dadurch wird sofort nach dem Absprung der Container geöffnet und der Hilfsschirm oder auch direkt die Fallschirmkappe aus der Packhülle gezogen. Nach erfolgter Öffnung wird die Aufziehleine vom Fallschirmsystem durch einen Klettverschluss oder eine andere Sollbruchstelle getrennt. Diese Technik ist oft bei Rettungsschirmen oder Schirmen von militärischen Fallschirmjägereinheiten im Einsatz.
  • Fangleinen in Kern-Mantel-Konstruktion (Kern üblicherweise aus Kevlar oder Polyethylen, Mantel aus UV-beständigem Polyester), die die Verbindung zwischen der Hauptkappe und dem Tragesystem darstellen.
  • Ein Öffnungsautomat, welcher den Reserveschirm automatisch auslöst (beispielsweise bei Bewusstlosigkeit des Springers), wenn in einer bestimmten Höhe die Annäherung an den Boden schneller geschieht als ein vorher festgelegter Grenzwert.

 

Quelle: Wikipedia

Categorie (technik)

Last updated 2 September 2009 by stephan